Vorher/Nachher

Die Hausfront vorher:

braune Fenster aus den 60igern und noch das alte Dach auf den Wänden.

Die Front danach. Mit dem Terassentür-Fensterelement sieht das gleich viel freundlicher aus.

Die Haustür vorher - ebenfalls im farbenfrohem Rehbraun.

Und die neue Haustür direkt nach dem Einbau.

Der Flur - fotografiert eine Woche vor dem Einzug. Früher befand sich ebenfalls ein Windfang im Flur, den wir wegnahmen. Ausserdem war ein roter Teppich zu sehen. Die Fliesenarbeit aktuell hat uns bereits einen Preis beschert. Sie zieht sich in die Küche, das Badezimmer und das Gästezimmer.

Unser Wohnzimmer. Mein Löwenbild kommt nun richtig schön zur Geltung. Es ist ein Werk eines befreundeten Künstlers von mir, welches ich vor 4 Jahren machen liess.

Der noch nicht fertige Lesebereich. Das Bild ist das erste Werk meiner Tochter. Sie hat es damals gemeinsam mit ihrer damaligen Tagesmutter für mich gemalt, während ich in der Arbeit war. Sie war zu dem Zeitpunkt knapp 1 Jahr alt.

Unser Arbeitsbereich. Da ich hier - bedingt durch meine Arbeit - viel Zeit verbringe, habe ich ihn offen und freundlich ins Wohnkonzept integriert. An die Wand werden noch Bilder kommen - noch bin ich unschlüssig, welche.

Unsere Küche. Die Farbkonzepte im Haus stammen von mir. Die Küche selbst hat mein Freund mit Mitarbeitern seiner Firma eingebaut. Die Arbeitsplatten sind etwas höher als üblich.

Unsere Essecke und ein Ausgang zum Garten.

Unser Badezimmer. Die Inneneinrichtung für das Badezimmer wird Ende Januar/Mitte Februar geliefert. Sehr schön ist die übergrosse Badewanne (wir passen da locker zu 3. rein) und natürlich die schöne Dusche.

Die restlichen Zimmer folgen, wenn ich wieder etwas mehr Zeit habe.

1 Kommentar 11.1.10 11:11, kommentieren

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Es ist vollbracht

Seit dem 1. Dezember leben wir nun in unserem Eigenheim.

Der Umzug war gigantisch stressig. Am Tag zuvor stürmten wir noch IKEA, um selbigen mit 3 voll beladenen Wägen zu verlassen. Schliesslich verbrachten wir den restlichen Abend damit (NACHDEM wir die 1,60 m grosse Matraze in ein 1,40 m hohes Auto gequetscht haben. "Pressen, junge Frau!", zumindest den Kleiderschrank und die Küchenmöbel aufzustellen.

Das ausräumen am nächsten Tag ging zügigst einher. Und trotzdem war es ein Chaos hoch drei.

Während die Umzugshelfer schleppten und wir organisierten, baute ein Freund von uns hier bereits unser Bett auf.

Und direkt, als der Umzug fertig war, mussten wir nochmals zu IKEA - denn der Lattenrost passte hinten und vorne nicht in dieses Bett.

Aber nach dem Stress kommt bekanntlich die Ruhe. Und so genossen wir unser Weihnachtsfest zu dritt im Haus - bei Fussbodenheizung und winterlicher Schneepracht.

Selbige möchte bis heute nicht verschwinden. Und auch wenn ich es anfänglich kaum erwarten konnte, Schnee zu schippen, so habe ich diesbezüglich langsam aber sicher mein Pensum erfüllt.

Letztlich habe ich es sogar geschafft, die Fotos endlich von den Kameras (wir hatten ja mehrere Baukameras) auf den Rechner zu ziehen und werde nun ein paar "Vorher/Nachher"-Bilder präsentieren. Den ersten Preis haben wir schon abgestaubt für unsere Fliesenarbeit.

1 Kommentar 11.1.10 10:54, kommentieren

Asche auf mein Haupt

Ja, Asche auf mein Haupt!

 Ich komme zu nichts mehr!

Wir sind mittlerweile dazu übergegangen, weniger Sex zu haben, dafür aber mehr am Haus zu bauen. Ersteres hat den Grund: Mein Männe hat beschlossen, auch nach der Arbeit noch eifrig am Haus zu werkeln. Da ich aber dann bereits hier in der Wohnung sitze und den Schlaf unserer Tochter überwache, ist es schwierig mit derartig intensiven Geschichten. Wenn er dann so um halb 11 nach Hause kommt, sind wir beide dann zu erledigt dafür.

Gut, er ist ein Mann - er schafft es selbst noch vor dem Koma, aber ich schlafe meist schon ein, bevor mein Kopf das Kissen berührt.

Dafür geht es am Haus weiter. Die Wände stehen jetzt - solide - und nachdem uns auch eine Mauerwand (ja wir haben auch Leichtbauwände gestellt) eingebrochen ist, wurde diese wieder feinsäuberlich hochgemauert. Das Gästeklo hat einen neuen Grundriss und lässt unser Badezimmer trotzdem noch pfiffig aussehen. Eine Eckbadewanne gibts trotzdem nur als Fotomontage aufs Gästeklo.

Auch die Decken sind schon abgehängt und ein Teil davon sogar schon gespachtelt.

Für schlappe 10.000 Euronen haben wir Fenster bestellt - am Freitag.

"Wie lange wirds dauern, bis die kommen?"

"2 Wochen!"

Ha ha ha ha - selten so gelacht.

 Ich muss dazu sagen, dass wir im Wohnzimmer eine Änderung vornehmen. Die Terassentür wird zugemauert und wir ersetzen das Fensterelement durch ein Bodengrosses Panoramafenster mit gläserner Schiebetür. Das erklärt die gesalzenen Preise.

Sobald die Fenster da sind, können wir die Fussbodenheizung im Haus verlegen und der Estrich kann rein. Danach geht alles sehr schnell, denn nach dem Estrich gehts an die gestalterischen Möglichkeiten.

Meinereiner welcher hat das Wochenende im Garten verbracht. Nein, nicht faul in der Sonne, sondern buddelnd im Dreck. Wie kann man nur so dermassen viele Blumen und unkraut züchten?

Ich habe tonnen an Erde weggeschafft und immer noch den Eindruck, dass da zuviel liegt. Und in richtig verzweifelten Momenten rief ich nach der Betoniermaschine und der Planierraupe!

Mal sehen - vl. schaff ichs ja mal, die Fotos von der Kamera runterzuziehen. Dann stell ich mal ein paar hier rein.

6.7.09 11:10, kommentieren

Das Dach in meiner Wohnung

Als nun gestern zu später Abendstunde mein Liebster (ja, heute schon) nach Hause kam, brachte er mir ein besonderes Präsent mit: So schubte er mir einen riesigen Dachziegel auf dem Schoss.

"Hier bitte!", sprachs und grinste, "unser Dach!"

"Was? Das ist alles? Unser Dach ist doch grösser!", witzelte ich, um dann zu fragen "Was genau soll ich jetzt damit?"

"Naja - herzeigen!", antwortete er.

"Gut. Ab jetzt werde ich diesen Dachziegel immer mit mir herumschleppen und ihn jedem zeigen, der ihn sehen will - oder auch nicht. Und wenn irgendwas nicht funktioniert, kann ich dich damit vermöbeln."

Heute liegt das Dachziegelteil immer noch neben mir. Also nicht direkt neben mir, aber schmückend auf dem Arbeitssessel meines Liebsten. Schwarz - nicht ganz lasiert aber nicht ganz glänzend. So ein Mittelding eben.

Erfreulicherweise erfuhr ich gestern abend auch noch, dass mein Liebster den letzten Schutt aus dem Haus nach draussen gewuchtet hatte - und in anbetracht der nahenden Unwetterfront auch noch das nicht vorhandene Dach mit einer Plane abdeckte.

Ausserdem schienen die ersten Holz- und Schutthaufen aus unserem liebsten Garten verschwunden zu sein.

Tja - heute also nichts spannendes aus Wallhalla! Ihr werdet euch gedulden müssen - am Wochenende treffen dort sämtliche unserer Freunde aufeinander ... da werde ich sicherlich wieder humorvolles zu berichten haben.

Bis dahin hock ich hier neben dem Dachziegel .....

1 Kommentar 27.5.09 14:27, kommentieren

Der Traum einer jeden Frau ..... oh nein!

Da ich gerade über Zeit verfüge (meine Tochter sortiert ihre Muschelsammlung von links nach rechts und von oben nach unten) möchte ich mich heute einem - für uns Frauen - sehr wichtigem Thema widmen: Dem Design!

Würde es nach meinem Kerl (ihr seht schon, die Phase des "Liebsten" wendet sich ab und an in zynische Gefielde ab), würde er sagen: "Hau rein was du hast - hauptsache es is alles drin, was rein soll. Wurscht wie es aussieht."

So schaute er mich entsetzt an, als er mir vorab freudig erklärte: "Ein Bekannter von mir hat eine Haustür für uns!" (ja genau, die für 1000 Euro). Ich schaute ihn wahrscheinlich mehr als ungläubig an - schliesslich fragte ich: "Wie sieht sie aus?"

"Keine Ahnung!"

"Das ist ja geil, dass deine Bekannten schon entscheiden, welche Haustür in UNSER Haus kommt!"

"Kannst sie dir ja gern vorher ansehen!" (Man beachte die Gütigkeit in seinem Wortlaut.)

"Nur, wenn sie nicht pink werden soll!", drohte ich.

Nun ist es so, dass mein Kerl darauf vertraut, dass ich "der Bude schon etwas flair" verleihen werde. Ja - da hat er ja viel vertrauen in mich. Hierzu möchte ich erstmal einen Grundriss des Ursprungs zeigen. Danach werde ich erklären, wie das verändert wird - und wenn ihr dann immer noch durchsteigt, dann gibts ein Extra-Fleissbienchen ins Muttiheft und ich stell als Belohnung ein Design des Wohnzimmers ein.

Hier erstmal das Erdgeschoss:

Im ersten Step wird das Wohnzimmer geteilt - nämlich ca, 1,5 Meter hinter dem schmaler werdenden Teil. Das Zimmerchen, was dahinter entsteht, darf (ich soll nicht immer "soll" schreiben) unser Schlafzimmer werden. Eigentlich sollte es in meiner Phantasie ein Traum mit begehbarem Kleiderschrank werden .... naja - es wird wohl nichts draus. Ich stellte nämlich eigenhändig fest, dass wir dafür keinen Platz haben.

Weil das so lustig ist, wird eine Tür im vorderen Bereich platziert und die jetzige Tür wird um nen ganzen Meter versetzt. Kann auch mehr sein - ich weiss es nicht so genau.

Der Witz, der hier als Bad betitelt wurde, lässt die Wände fallen und geht in den Küchenbereich über. Ja genau - eine Küche mit Essbereich. Wir haben uns einen halben Abend darüber gestritten, in welches Eck die Küche kommt und wo der Esstisch hinsoll - letztlich habe ich mit meinem Argument "zusammenklappbarer Esstisch" gewonnen.

Der Wohn-Schlafraum wird zu einem geräumigen Badezimmer - und man kann mein jauchzen sicherlich verstehen (ok die Frauen werden es verstehen), denn ich träumte schon von einer bezaubernden grossen Eckbadewanne und einer ausladenden Dusche. "Ohja, das wär ganz toll!" erklärte ich und sprang in dem Zimmer herum, wie eine Furie auf Koks. "Hier, genau hier kommt die Eckbadewanne hin!" schrie ich und träumte von Palmenwedelnden Kerlen, die mich im schaumbefüllten Eckbad bedienten.

"Du stehst im Gästeklo!", holte mich ein Stimmchen von den billigen Plätzen hinter mir aus meinem Tagtraum.

"Wie bitte? Gästeklo? Bist du denn des Wahnsinns? Wieviele Gäste haben wir denn bitte im Jahr? 5? 6? Und Übernachtungsgäste im Prinzip nur meine Schwester und die kann sich sicherlich dazu herunterlassen, unser Klo mit uns zu teilen. (Immerhin teilen wir hier in der Wohnung unser Klo mit den Katzen .... ja ich weiss - klingt albern. Aber eigentlich gehört alles den Katzen - wir sind hier nur geduldet und haben das bessere Klo - unseres stinkt nicht so schnell - und wenn, dann haben wir wesentlich bessere Deos dagegen erfunden..... wahrscheinlich ist das der einzige Grund, warum meine Katzen nicht längst losmarschiert sind, um die Schlösser auszutauschen. Gut - ok - und die Tatsache, dass es immer noch keinen Dosenöffner gibt, den auch eine Katze bedienen kann.)

"Gästeklo ist toll! Viel praktischer! Stell dir das doch mal vor!"

Mich gruselte vor allem bei der Vorstellung, nicht nur ein Klo, sondern zwei davon putzen zu müssen.

 Liebe Leser - ich gestehe eine Niederlage nur ungern ein .... aber an diesem Tag habe ich meine ausladende Eckbadewanne und die palmenwedelnden Bediensteten an ein Gästeklo verloren. Ich sags euch - wenn nicht jeder meine Gäste dieses ver***** Klo angemessen huldigt und würdigt (ich spreche hier von mind. 1 Badewannenstunde mit 1 Pflegestunde hinten dran), dann drück ich demjenigen Gast einen Palmenwedel in die Hand und er darf den für mich wacheln bis ihm der Arm abfällt! Und natürlich werde ich ein charmantes Bild einer Eckbadewanne ins Gästeklo hängen - mit dem Zusatz: "Ich habe meine Eckbadewanne gegen EUER Klo verloren! Danke!"

Der Schlafraum neben dem Gästeklo und dem Bad ohne Eckbadewanne wurde meiner Tochter zugesprochen. Ein schönes, charmantes Zimmerchen.

Nun, ich wäre nun keine charmante Zicke, wenn ich die Rache nicht komplett ausgearbeitet hatte - für den Verlust meiner Eckbadewanne (ihr seht schon, ich muss diesbezüglich wohl doch einen Therapeuten kontaktieren ...)

Aus diesem Grund werden unsere Gäste (mit dem hübschen Gästeklo) im Keller untergebracht - in diesem kleinen 8,5 qm grossen Raum werden sie eingepfercht. Hey - hätte ich eine Eckbadewanne gekriegt, würde ich ihnen eine Schlafcouch hinstellen und hätte ihnen sicherlich auch erlaubt, diese Eckbadewanne auch zu benutzen .... aber SO lass ich mit MIR nicht reden. Gäste kommen in den Keller.

Nein  -Scherz beiseite - ich fand den Raum einfach sehr charismatisch und wollte dementsprechend ein klassisch-österreichisches Gästezimmer einrichten. Die Holztür wird bleiben - und ich werde dieses Zimmer mit Weinranken und Weinflaschen (keine Sorge - ich nehm die billigen) verzieren.

Und? blickt ihr noch durch? Ihr wisst ja - wer den durchblick hat, der kriegt Designvorschläge.

Und die Moral an der Geschicht .... manchmal tauscht man seinen Herzenswunsch gegen die Sch**** von fremden Menschen aus ...

1 Kommentar 26.5.09 11:41, kommentieren

Entscheidung nach Rechnung?

Einen wunderschönen guten Morgen an diesem regnerischen und bewölktem Dienstag.

Zugegeben, heute nacht habe ich ausnahmsweise nicht von Dachschindeln geträumt, sondern von diesem ausnehmend charmanten Polizist, der mit einem Stapel unbezahlter Strafzettel vor meiner Tür stand und klingelte, um das "mit mir zu klären". Bedauerlicherweise wachte ich auf, als er gerade seine Pistole aus dem Halfter zog, um seiner Aussage etwas Nachdruck zu verleihen .... aber genug davon - hier gehts doch nicht um solche Dachschäden.

Nun, gestern abend kam mein Liebster dann gegen 22 Uhr nach Hause und legte mir - charmant wie er ist - ein Angebot vor. Es ist nun nicht so, dass er gewartet hätte, bis ich sitze .... und so warfen mich die Zahlen darunter ganz schön aus der Bahn. "Ich will das gar nicht wissen.", betonte ich - im Wissen, dass ich gar keine andere Chance hatte, als es zu erfahren.

"Und die gute Nachricht?" "Unsere Haustür kostet nur 1000 Euro!"

Toll! Innerhalb kürzester Zeit fliesst das Geld zwischen den Fingern durch. Für Fenster und Türen. Wehe dem, der diese Edelstücke auch nur berührt!

Die nächsten beiden Tage sind hier auch sehr entspannt - mit Ausnahme der allabendlichen Hiobsbotschaften. Erst am Donnerstag werden wir unser Töchterchen wieder ausquartieren und am Freitag starten wir die Überfahrt nach Wallhalla.

So ist es eben, wenn man jede freie Sekunde an den Teufel .... ähm ans Eigenheim verkauft hat.

1 Kommentar 26.5.09 08:46, kommentieren

Einleitung ....

Ich bin mir nicht sicher, wann wir diese Entscheidung trafen - aber so ganz bei sinnen waren wir bestimmt nicht. Sicherlich war es einer dieser Momente, wo mein Mann den Hauptteil seines Blutes aus dem Gehirn in andere Teile seines Körpers gepumpt hat, wo es wesentlich mehr Spass haben kann und ich wahrscheinlich noch zu übermannt von meinen Stillhormonen war, die mir sagten "Nestchen bauen - sesshaft werden".

Nun, die Entscheidung wurde getroffen: Haus! Eigenheim! Garten.

Mit diesen drei Argumenten - gegen die man zugegebenermassen recht wenig einwenden kann - sassen wir gefühlstechnisch quasi schon in der Predulie. Die Mietwohnung verlor an Flair - klar, sie war in der Stadt, nahe dem Tierpark Hagenbecks und eigentlich ist sie ja ganz hübsch  - aber unvergleichlich gegen das eigene Heim. Das eigene Haus. Am Stadtrand.

Und schon malten wir uns in bunten Farben unser Leben aus: Im Garten würden wir sitzen. Auf dem eigenen Balkon oder der Terasse. Mit dem Grill. Und natürlich dem wuselnden Kind in der Sandkiste. Eine Schaukel musste her - und natürlich ein Schaukelstuhl für mich. Und ich sah mich doch tatsächlich - in schwachen Momenten behandschuht durch den Garten rennen, während ich die (zugegeben pflegeleichten) Blümchen mit Wasser beglückte. Daneben spielte unser bezauberndes Töchterchen mit ihrem bunten Ball während die Katzen in ihrem Gehege fröhlich die Fliegen wegfingen.

Was mich damals schon stutzig hätte machen sollen, war die Tatsache, dass in dieser wunderbaren Phantasie kein Mann vorkommt. Klar - der war ja - auch während dieser Phantasie: Arbeiten.

1,5 Jahre nach dem Ursprung dieses Phantastgestrüpps war es dann soweit. Wir fanden einen charmanten Bungalow, 100 qm gross und ausbaufähig zu einem wirklichen Schnäppchen. Die erste Begegnung war Liebe auf den ersten Blick. ein niedlicher Garten der ums Haus herum angelegt war. Eine süße Einfahrt - und das Haus gelegen in einer Einliegerstrasse. Keine vorbeirasenden Autos. Der Traum meiner schlaflosen Hausnächte.

Gut - zugegeben - in meiner Phantasie stand das Häuschen natürlich in der Stadt. Aber wer kann sich da eine Bude heutzutage denn noch leisten. Also steht das ganze Gebäude in Niedersachsen - ein paar Hundert Meter vom Stadtschild Hamburg entfernt - Abfahrt Marmstorf. Ein Ort, der mir vorher noch nie in den Sinn kam - ich wäre auch nie auf die Idee gekommen, dass es ihn gäbe .... aber es gibt ihn offenbar doch. Und als ich den Namen hörte, dachte ich erst an einen schlechten Witz.

Gut zumindest die Hausnummer entspricht meiner Glückszahl - was das ganze dann nicht ganz so dramatisch macht, dass wir ja nun doch 30 Minuten Fahrzeit (ok 2h wenn es zur Hauptverkehrszeit durch den Elbtunnel geht, bei dem schon aus Prinzip immer mind. 1 Röhre dauergesperrt ist .... wahrscheinlich will die Stadt sie schonen - für den Fall, dass man sie mal brauchen könnte ....) von Hamburg-City entfernt.

Es ist also quasi ein kleiner Traum - mitten in der Pampa. Herrlich - auf den ersten Blick. Auf den zweiten Blick viele Nachbarn drum herum, die allesamt schön in den Garten gucken und sich - noch bevor man den Kaufvertrag in den Händen hielten - über die hässliche Pergola am hinteren Garten beschweren - denn da schien der Vorbesitzerin die Hecke ausgegangen zu sein ....

Gut, ein kleines Häuschen aus den 60igern. Mal eben drüberrenoviert und das Ding wird ein Schmuckkästchen. Ich war beflügelt, lud mir sämtliche Einrichtungsprogramme aus dem Internet herunter - nebst IKEA-Planer auch den Furnisher (der zwar super ist, aber einen einprogrammierten Programmabsturz hat - einmal Stündlich. Netterweise kann man bei diesem Programm speichern!) und setzte mich an die Arbeit der Inneneinrichtung. Auf meine Frage, wie lange denn die renovierungen dauern würden, sagte mein Liebster: "2 Wochen" und lachte zynisch. Ha! Ha! Was haben wir gelacht. Hatte uns doch die Schwester meines Liebsten zu Ostern mit einer netten DVD beglückt. "The Money Pit" oder auch "Geschenkt ist noch zu teuer." - eine überaus zynische Komödie mit dem erstklassigen (und zu dem Zeitpunkt noch jungen) Tom Hanks, der sich in diesem Klassiker ein "billiges Schnäppchenhaus" am Rand von New-York kauft - nur um festzustellen, dass er in eine Bruchbude investiert hat und ihm die Renovierung (was letztlich einem Abriss gleicht) mehr Geld kostet, als in einen Neubau IN NY-City zu investieren.

Nochmal ernsthaft nachgefragt, plädierte Männe auf 4 Monate und ich - überfallen von Euphorie und jugendlichem Leichtsinn  - sogar auf 3 Monate. Gut, der Estrich alleine muss einige Wochen trocknen, bis man Böden auf ihn legen darf .... aber in der Zwischenzeit kann man doch alles andere fertig machen .... dachte ich und huschte zurück an meinen Computer um mich weiterhin bei der Inneneinrichtung auszutoben.

Als ich dann nach 2 Wochen erneut ins Haus kam, traf mich fast der Schlag. So waren sie mittlerweile sehr fleissig - haben die Bodenbeläge (Fischparkett .... einzeln abpuhlen - was für eine schöne Arbeit!) entfernt und in einem Teil der Räume konnte man das Dach sehen! Ja, ich gebe zu - wäre ich alleine gewesen, hätte ich einen Heulkrampf bekommen. Es staubte nur so, dass es eine Freude war. Vom bezaubernden Garten war kaum mehr etwas übrig - denn da standen 2 riesige Baucontainer und unmengen an Holz (ja die Vorbesitzer hatten die Tolle Idee, ihre Decken mit Holz abzuhängen .... erst später erfuhren wir, warum.) und Styropor (ein wunderbares Dämmmatierial)

Mir wurde aufgetragen, die Tapeten von den Wänden zu reissen - und so begann ich damit, die Wände unter Wasser zu setzen. Was immer sie damals an Tapetenkleister genommen haben - mit dem heutigen ist es nicht vergleichbar. Das bemerkte ich, als ich feststellte, dass unter der neuen Rauhfaser-0815-weiss-Tapete eine 60er-Jahre Streifentapete auftauchte. Sie weicht heute noch in Wasser ein - und mittlerweile bin ich davon überzeugt, dass ich sie nur runterbekomme, wenn ich entweder den Putz mit entferne, oder die Wände rausreissen lasse. Ich überlege gerade, ob es nicht hübsch wäre, das Wohnzimmer mit dem Flur zu erweitern ....

Als ich 2 Tage später - mit einem tierischen Krampf im Handgelenk vom Tapetenkratzen - wieder auf die Baustelle kam, war ich mir nicht so ganz sicher, ob das unsere Baustelle war. Das halbe Dach war weg!

Moment mal .... keiner sprach vom Dach! Keiner hat davon geredet, dass das Dach wegmuss. Mein Haus hat kein Dach mehr! Hallo? Hilfe - Polizei .... Man hat mein Dach gestohlen!

Nein - alles halb so wild ... wobei - wie man es nimmt. Hätte es jemand gestohlen, hätte die Versicherung wahrscheinlich ein neues gelöhnt.

Unser Dach war nass. Moos ist darauf gewuchert und dadurch floss das Wasser direkt durch die Lufträume der Schindeln mitten ins Haus. Nun konnten wir auch die riesiegen Wasserflecken an der Decke zuordnen - und wussten, warum dieses hässliche Holzkonstrukt an der Decke hing - und darunter Styropor.

Nun lag auch in meinem hinteren Garten wildes Holz herum - und es lag an mir, dieses Holz hübsch sortiert auf den Holzhaufen (der direkt neben dem Sandhaufen und vor dem Baucontainer) zu bringen. Tolle Sache - immerhin war ich emotional nur auf Tapetenkratzen vorbereitet .... und Kleidungstechnisch hatte ich mich zugegebenermassen noch nicht mit den heimischen Vorschriften auseinandergesetzt. So bin ich in meinem jugendlichen Leichtsinn mit Turnschuhen (Ja, jeder Bauarbeiter lacht sich jetzt einen Ast ab) auf die Baustelle getappert. Da in den dämlichen Dachbrettern noch die Nägel drinsteckten, konnte es sich nur noch um wenige Dachlatten handeln, bis der Zustand "Nagel trifft Fusssohle kritisch!" eintrat. Jaulend hüpfte ich zur Seite - einbeinig freilich - und zerrte an meinem kaputten Schuh. Der ging durch - bis in die Fusssohle.

Nun war ich in der irrtümlichen Annahme, auch in Deutschland sei es Pflicht, in den Erste Hilfe Kästchen des Autos auch Desinfektionsspray, Pinzette, Notoperationsbesteck, Sauerstoffzelt und einen Playboy zu haben. Nun, ich habe mich geirrt - und das musste ich feststellen. Offenbar scheinen Desinfektmittel und Pinzetten zu gefährliche Güter zu sein - sodass man dem deutschen Bürger nicht zutraut, damit auch verantwortungsbewusst umzugehen. Und dass kein Playboy drin war, enttäuschte mich enorm - immerhin benötigt man doch auch als Frau etwas Trost bei derartigen Missgeschicken.

So bekam ich ein Pflaster. Na immerhin auch etwas. Ich vertraute meinem Immunsystem und ackerte weiter wie ein Tier. Die Bretter liefen schliesslich nicht von alleine zu ihrem Bestimmungsort ..... leider.

Nachdem der Garten fertig war und ich anfing, weiter die Tapeten zu maltretieren, kam auch - verlässlich wie sie ist - die Sonne raus. Es war abzusehen, dass die Sonne immer dann kommt, wenn man im Haus zu tun hat. Mensch was für ein Glück, dass das Haus kein Dach hat.

Als ich am Tag darauf wieder hinzu stiess, fehlte in einigen Räumen schon der komplette Boden. Alle Wände, die wegsollten, waren endgültig weg - und die Tür zum Gästeklo war liebevoll auf der Tapete aufgezeichnet. (Ob die mich erschlagen hätten, wenn ich mit dieser Tapete angefangen hätte - immerhin hatte ich den stupiden Auftrag "Jeder Raum - alle Tapeten müssen runter." Egal - ich wollte es nicht riskieren - die Nerven lagen eh schon blank.

Ausserdem flog der klobige Schornstein/Kamin raus .... na etwas Gutes muss ein fehlendes Dach ja doch haben.

Aktuell besitzen wir ein charmantes Hüttchen mitten in der Pampa - zu dem wir nur kommen, wenn wir uns mehrere Stunden in den Stau am Elbtunnel stellen - und dieses charmante Hüttchen hat einen Keller und ein paar Wände.

Ja das Leben ist schön - und ich kann vor lauter Aufregung kaum schlafen. Diese Nacht träumte ich schon von den ersten Dachziegeln, die aufs Dach gelegt wurden ..... Tja, man muss sich auch mit kleineren Dingen zufrieden geben.

Alles Liebe und bis Bald

25.5.09 10:27, kommentieren

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